Cheryl Dunye / US 1996 / 90 min / OmU
Spielfilm

Die junge lesbische Cheryl (gespielt von der Regisseurin selbst)
verdient ihr Geld in einer Videothek und arbeitet nebenbei an einer
Videodokumentation über ihre Suche nach der bisher unerzählt geblieben
Geschichte der „Watermelon Woman“, einer schwarzen Schauspielerin
klassisch-rassistischer Mammy-Rollen. Im Verlauf ihrer Ermittlungen
wird klar, dass sich zwischen der „Watermelon Woman“ und Martha Page,
einer der wenigen weiblichen und selbstverständlich weißen
Hollywood-Regisseurinnen der 1930er, eine Liebesbeziehung abgespielt
haben muss. Verwoben mit diesem Erzählstrang entwickelt sich im
Philadelphia der 1990er die eigene Beziehung Cheryls zur ebenfalls
weißen und vermögenden Diana. Selten wurde die komplexe Verflechtung
von Hautfarbe, Sexualität und Klassenzugehörigkeit so unkonventionell
und dabei folgerichtig, so emotional facettenreich und amüsant
veranschaulicht, wie in diesem Film. Ein letzter Höhepunkt des New
Queer Cinema vor dessen nicht nur ästhetisch zweifelhaftem Aufstieg in
den pinken Mainstream seit Mitte der 1990er Jahre.