Alltäglich begegnet uns Werbung, die nur auf den zweiten Blick etwas mit dem eigentlichen Produkt zu tun hat. Nackte genormte Körper dominieren die Werbelandschaft und bilden ein Spiegelbild (nicht nur) sexistischer gesellschaftlicher Verhältnisse. Sprüche wie „Achtung Gleichberechtigung!“ oder „Astronauten regeln das mit dem Verkehr“ prangen an Litfaßsäulen, Werbetafeln, zieren Internetauftritte oder Fernsehspots. Das Thema ist alt, aber leider immer noch aktuell: Sexismus gilt weiterhin als Verkaufsschlager.

Diesen Zusammenhang von Sexismus und Werbung sollen in dem Workshop anhand aktueller Beispiele genauer beleuchtet werden. Wie ist die spezifische Rollenverteilung der Geschlechter in der Werbung? Was wird hervorgehoben? Was wird ausgeblendet? Welche gesellschaftlichen Normen werden hier reproduziert? Was sagt uns das Ganze über den Stand der Gleichberechtigung im Jahr 2013?
Aber es geht hier nicht ‚nur‘ um Sexismus; Sexismus ist immer auch mit anderen Herrschaftsverhältnissen verwoben. Wie wird in der Werbung das Denken in zwei Geschlechtern gefestigt? Inwiefern wird Heterosexualität zur Norm erklärt? Welche Rolle spielen rassistische Stereotype? Welche Körper und Fähigkeiten werden als Norm repräsentiert? Und was hat das alles mit kapitalistischen Verhältnissen zu tun?
Ist die Tendenz zur Darstellung von mehr Vielfalt (Diversity) in der Werbung eine Lösung des Problems? Kann es ‚gute‘ Werbung überhaupt geben? Warum oder warum nicht? Wie können wir uns gegen sexistische Werbung zur Wehr setzen? Und ganz wichtig: Was sind Gegenstrategien?

Inga Nüthen ist bei reflect! e.V. u.a. als Bildungsreferentin zu
feministischen Themen aktiv, arbeitet an der Zentraleinrichtung zur
Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung der Freien Univerität
Berlin, lebt und ist politsich aktiv in Berlin.