Bezug nehmend auf die 1. Feminist Porn Conference in Toronto im April 2013, möchte ich den Spagat wagen zwischen einem akademischen Ansatz und queerer Praxis in der Betrachtung feministischer Pornographie.
Was bedeutet sex-positiver Feminismus? Was ist feministische Pornografie? Was bietet sie heute und auf welchem Weg ist sie? Ich möchte zeigen, das Pornografie keine Unterdrückung von « Frauen* » (1) zur Folge haben muss, sondern – wenn auf Konsens gebaut – eher zu sexueller Befreiung (oder besser : Befriedigung;)) führt. Anhand von Beispielen möchte ich Möglichkeiten verschiedener gender expressions in der Pornografie darstellen und aufzeigen, wie feministische Pornografie zur sexuellen Aufklärung beitragen kann.
Weiterhin möchte ich Pornografie in einen Kontext kapitalistischer Gesellschaft einordnen und das Spannungsfeld zwischen Arbeit und Sex beleuchten und dabei porn performers and producers zu Wort kommen lassen.
Zu guter Letzt, geht es mir darum, Pornografie in unser Leben zu holen und Barrieren zu diskutieren, die im Umgang mit Pornografie (Schauen und Machen/Produzieren) auftreten (können). Was verstehen wir unter radikalem « Access » (im Sinne Barrierefreiheit/Zugang) und wir können wir ihn erreichen?

(1) Warum Frauen* (und Männer*)? Das Sternchen bei Frau* (und Mann*) soll darauf hinweisen, dass ich diese Kategorien als gesellschaftliche Konstruktionen verstehe. Die Auffassung, Geschlechter und Geschlechtsidentitäten seien etwas „natürliches“, lehne ich ab. Außerdem weist das Sternchen darauf hin, dass wir zwar als eins von 2 Geschlechtern sozialisiert werden, das jedoch nicht bedeutet, dass es nicht auch vielfältige männliche* und weibliche* Identitäten gibt. Dies schließt beispielsweise die Realität von trans* Frauen oder intersex Personen mit ein. (zitiert nach Kollektiv « Take back the night »)

radical queer semaine montréal