Anfang der 1990er tauchten auf großen us-amerikanischen Independent-Filmfestivals verstärkt Produktionen auf, die von sich selbst als queer bezeichnenden Filmschaffenden hergestellt wurden, sich an ein queeres Publikum richteten und Preise in allen Kategorien abräumten – die Filmkritikerin Ruby Rich prägte für diese Koinzidenz den Begriff „New Queer Cinema“. Es ging in Filmen wie „Swoon“, „The Living End“ oder „Go Fish“ nicht mehr darum, einem heterosexuellen Publikum Homosexualität zu erklären oder politisch korrekte Bilder von Lesben und Schwulen in die Heteromatrix zu stellen – der aggressive Habitus vieler Produktionen lässt sich als identitätsstiftende Reaktion auf die homophobe Hysterie anlässlich der AIDS-Krise lesen. Der leichtere Zugang zu Videotechnik machte es zudem erstmals auch les-bi-schwulen ‚artists of colour‘ möglich, ungesehene Bilder und ungeschriebene Geschichten zu produzieren und auf den Markt zu bringen. Aus dem NQC-Universum zeigen wir die Sterne „Paris is burning“, „Juggling Gender“ und „The Watermelon Woman“.

Paranoid Paradise