Oft werden bei der Diagnose «Intersex» im Säuglings- und frühen Kindesalter operative und hormonelle Eingriffe vorgenommen, um ein möglichst eindeutiges Erscheinungsbild der Genitalien zu erreichen. Von den Interessensvertretungen intergeschlechtlicher Menschen werden diese Eingriffe als gewaltsam und traumatisierend beschrieben. Neue wissenschaftliche Ergebnisse zeigen ebenfalls massive Probleme der Behandlungen auf – der Deutsche Ethikrat berücksichtigte sie nicht für seine Anfang 2012 veröffentlichte Stellungnahme zum Umgang mit Intergeschlechtlichkeit. Auch die aktuellen gesetzlichen Entwicklungen in der BRD sind vollkommen unzureichend. In dem Input wird ausgehend von den politischen Kämpfen der Vereinigungen intergeschlechtlicher Menschen der aktuelle Sachstand vorgestellt – und Möglichkeiten der Unterstützung (also nicht Vereinnahmung!) der Kämpfe der intergeschlechtlichen Menschen durch linke Nicht-intergeschlechtliche diskutiert.


Heinz Jügen Voß