Die Analyse und Kritik des Patriarchats, der Klassenverhältnisse und Ungleichheit reproduzierender Strukturen verbleibt in feministischen Debatten in und außerhalb der Uni zunehmend auf einer personalen, additiven Ebene und widmet sich hauptsächlich Einzelphänomenen. Eine adäquate Kritik von homophoben und patriarchalen Geschlechterverhältnissen heute ist aber nur im Zusammenhang mit einer Kritik des gesellschaftlichen Gesamtzusammenhangs, der die Bedingung jener Verhältnisse bildet, möglich. Die Kritische Theorie im Anschluss an Marx, Freud, Horkheimer und Adorno hat versucht einen Begriff gesellschaftlicher Totalität herauszuarbeiten, der jene Kritik ermöglichen könnte. Deshalb wollen wir im einleitenden Vortrag zum einen die Fragmente einer Kritischen Theorie des Patriarchats in der Kritischen Theorie (wieder) freilegen. Zentrale Begriffe sollen hier die Subjektkonstitution, das Nichtidentische, die Historizität und die warenproduzierende Gesellschaft sein. Darüber hinaus sollen in Ansätzen aktuelle feministische Debatten aus dieser Perspektive betrachtet werden.
Im Anschluss an den Vortrag findet ein Diskussionssalon statt.