Umgang Miteinander

Wir freuen uns auf ein entspanntes und spannendes Camp mit vielen großartigen, rücksichtsvollen und sensiblen Menschen. In einer idyllischen Umgebung wollen wir uns kritisch mit einander und Gesellschaft auseinandersetzen.
Grundsätzlich wünschen wir uns ein respektvolles Miteinander, gegenseitige Rücksichtnahme und gemeinschaftliche Übernahme von Verantwortung. Wir wollen, dass sich alle Menschen wohl fühlen und frei entfalten können, ohne dabei die Grenzen Anderer zu verletzen, auch wenn diese nicht immer offensichtlich sind.
Es geht um ein richtigeres Leben im Falschen.

Diskriminierung und die Verletzung persönlicher Grenzen sind alltägliche Praxis in unserer Gesellschaft. Deshalb kann nie ausgeschlossen werden, dass unangenehme Situationen auftauchen.
Auf diese muss dann reagiert werden, damit das Camp zu einem möglichst angenehmen und sicheren Raum werden kann. Diese Reaktion sollte jedoch nicht planlos oder willkürlich verlaufen und darum haben wir uns Gedanken zum Umgang miteinander gemacht.

Prinzipiell ist für uns eine Grenze überschritten, wenn auf dem Camp menschenverachtende Einstellungen vertreten werden. Diesen werden wir keinen Raum bieten.
Wir differenzieren zwischen verschiedenen Handlungen: Ein Übergriff oder eine diskriminierende Beleidigung ist für uns etwas anderes als die leichtfertige Benutzung eines Begriffs mit diskriminierenden Implikationen. Wie wir mit solchen Vorfällen umgehen, werden wir anhand der konkreten Situation entscheiden. Wenn Menschen sich allerdings grundsätzlich gegen einen respektvollen Umgang miteinander wehren, werden wir sie des Camps verweisen.

Priorität hat für uns die Achtung persönlicher Grenzen. Wann eine solche Grenze überschritten ist und ob und wie Unterstützung nötig ist, können nur die davon betroffenen Menschen selbst entscheiden. Die Definitionsmacht darüber, was einer Person passiert ist, liegt allein bei ihr.

Was gerade bei Sommercamps immer wieder zu Auseinandersetzungen führt, ist der Umgang mit Nacktheit. Menschen haben aus unterschiedlichsten Gründen keine Lust, ungefragt nackte Körper sehen zu müssen. Das gilt insbesondere in Bezug auf nackte Oberkörper von Männern*, welche gesellschaftlich akzeptiert sind. Dies führt häufig dazu, dass viele Männer* schnell ihr T-Shirt ausziehen, wenn es warm ist. Auf der anderen Seite kann ein Sich-Ausziehen auch bestärkend sein, zum Beispiel für Frauen* oder Trans*Personen, die sonst in der Öffentlichkeit ganz anderen Blicken oder Sprüchen ausgesetzt sind. Deshalb haben wir uns entschieden, keine allgemeine Regel zum Umgang mit Nacktheit zu formulieren. Wir möchten euch aber bitten, diese Problematik zu bedenken und nicht leichtfertig einfach mal das Shirt auszuziehen.

Das Thema Begehren ist ein weiteres Spannungsfeld – sich kennenlernen, quatschen, einander näherkommen, flirten ist voll schön, solange dies auf gegenseitigem Einverständnis beruht. Im Allgemeinen wäre es ideal, wenn alle Handlungen auf einem von allen jeweils Beteiligten vereinbarten Konsens basieren. Einmal signalisiertes Einvernehmen kann in späteren Situationen nicht automatisch vorausgesetzt werden.

Diskussionen und Streitgespräche sind wichtig und erwünscht, jedoch angenehmer ohne dominantes Redeverhalten.

Für den Fall, dass es auf dem Camp dennoch zu Diskriminierungen oder Grenzverletzungen kommt oder du dich aus anderen Gründen unwohl fühlst, haben wir uns folgende Möglichkeiten überlegt:

Unterstützung
Die Unterstützer_innen sind für dich da und unter folgender Telefonnummer erreichbar: 01577-77 13 102

Wie die Unterstützung aussehen kann, entscheidest nur du selbst – wir machen nichts, was du nicht möchtest.
Als Grundsätze gelten für uns dabei Vertraulichkeit und Parteilichkeit.
Es wird auch englischsprachige (+ X) Unterstützer_innen geben.

Transformativ arbeiten
Unsere Priorität ist die Unterstützung von Menschen, die von Grenzverletzungen, Diskriminierung und /oder Gewalt betroffen sind. Dennoch ist unser Anspruch, die verletzende Personen darin zu unterstützen, ihr Verhalten zu reflektieren und zu ändern. Uns ist jedoch bewusst, dass während der Dauer des Camps keine umfassende Reflexion angestoßen werden kann. Dies liegt in der Hauptverantwortung der verletztenden Person selbst und ihres Umfeldes.

Safer Spaces
Das gesamte Camp soll ein „safer space“ (sichererer, geschützterer Raum) sein. Zudem wird es jedoch noch spezielle geschützte Räume geben:

Drinnen
Es wird von Freitag bis Montag auf dem Camp zwei Räume geben, die wir als Safer Space bezeichnen. Diese Räume befinden sich im “Weißen Haus”, in der zweiten Etage und sind mit Schildern gekennzeichnet. Hier kannst du dich zurückziehen. Alleine sein, oder nur mit den Menschen die du gerade bei dir brauchst.

Draußen
Es wird auf dem Camp ein Zelt geben, welches immer zugänglich ist. Auch hierhin kannst du dich zurückziehen oder in einer ruhigen Atmosphäre Infomaterial zu Awareness und Unterstützung lesen.

Weitere Räume
Gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse haben Auswirkungen auf Räume. Um denen etwas entgegenzusetzen, kann es sinnvoll sein, Räume ausschließend zu gestalten.
Derzeit ist schon ein Frauen_schlaf- und -sanitärbereich entstanden.

Hausrecht
Das Hausrecht während des gesamten Camps obliegt der Gruppe e*vibes.

Kritik
Wir möchten mit unseren Gedanken zu „Umgang miteinander“ zu einer entspannten und respektvollen Atmosphäre auf dem Camp beitragen. Wir versuchen, unsere Grundsätze und Vorgehensweisen möglichst transparent zu machen. Falls es zu Unmut oder Kritik kommt, werden wir einen Rahmen bieten, um diese gemeinsam zu diskutieren.

In diesem Sinne – lasst uns ein richtigeres Leben im Falschen versuchen.

Das * soll die gesellschaftliche Herstellung von „Männern“ und „Frauen“ sichtbar machen.

Einladung: Vorüberlegungen zum Umgang miteinander auf dem Camp

English

Wir machen uns zur Zeit Gedanken darüber, wie wir auf dem e*camp miteinander umgehen wollen und wie wir evtl. auftretenden Grenzverletzungen, Diskriminierung und Gewalt vorbeugen, entgegenwirken bzw. auf diese reagieren können. Zum e*camp werden viele großartige, rücksichtsvolle und sensible Menschen kommen. Was jedoch (sowieso) nie ausgeschlossen werden kann ist, dass unangenehme Situationen auftauchen, auf die dann reagiert werden muss – am besten nicht planlos ;-)
Bei unserer letzten mehrtägigen Veranstaltung, dem „eh!“, hatten wir ein sogenanntes „Schutzkonzept“, das ihr hier nachlesen könnt. Dazu gab es eine Nachbereitung mit Kritik und weiterführenden Überlegungen, wovon es hier eine Zusammenfassung gibt.
Nun erarbeitet die e*vibes-Teilgruppe namens e*space (mehr Infos hier) Strategien für das e*camp: Wie wünschen wir uns den Umgang miteinander auf dem Camp? Wie bekommen wir das hin? Und ansonsten: Was geht gar nicht? Wie gehen wir mit Menschen um, die unsere Vorstellung vom Miteinander nicht teilen? Wie kann Grenzverletzungen, Diskriminierung, Gewalt vorgebeugt werden? Wie können Menschen, die davon betroffen sind/waren, gestärkt und unterstützt werden? Welche „Befugnisse“ soll eine Sensibilisierungs-/Awareness- oder Unterstützungs-Gruppe auf dem Camp haben? Wie können Entscheidungen getroffen werden? usw. usf.
Unsere Ideen und Schlussfolgerungen dazu würden wir euch gern vorstellen – weshalb wir euch herzlich zu einem Treffen einladen wollen:

Samstag, 11.05., 13 Uhr – Kosmotique e.V. (Lutherstraße 13)

Einerseits geht es darum, Feedback einzuholen: Wie findet ihr das? Wie klingen unsere Formulierungen? Muss irgendwas dringend verändert werden? Fehlt irgendwas völlig – haben wir irgendwas bisher gar nicht auf dem Schirm gehabt?
Andererseits geht es darum, herauszufinden, ob wer von euch sich vielleicht vorstellen kann, bestimmte Vorhaben (Unterstützung von Grenzverletzung oder Diskriminierung Betroffener, Arbeit mit grenzverletzenden oder diskriminierenden Personen, versch. Möglichkeiten der Sensibilisierung) auf dem Camp konkret mit umzusetzen.

Wir schreiben die Überlegungen bis dahin schonmal zu einem Text zusammen. Wenn ihr den schon vor dem Treffen lesen wollt, könnt ihr euch bei uns melden, dann bekommt ihr ihn, sobald er fertig ist.

Unsere Kapazitäten reichen zur Zeit leider nur dafür, den Text während des Er- und Bearbeitungsprozesses ausschließlich auf deutsch zur Verfügung zu stellen. Am Ende (nach dem Treffen am 11.05.) wird’s aber übersetzt.

Menschen, die an dem Tag nicht in Dresden sein können, aber trotzdem am Treffen „teilnehmen“, es verfolgen und kommentieren wollen, können dies über ein Live-Protokoll im Internet tun. Hier der Link :)

e*party

Soliparty für´s e*camp

Datum: 30.04.
Uhrzeit: 22h
Ort: AZ Conni
e*party Awarenessflyer

Musikalisch werden euch die Ehre erweisen:

Saal:
Jeronimo Abolafio (Detroit/Techno///Distillation Processe)
Natasha Gøld (Deep-/Techhouse /// Syndikat // Unikat)
Fluorie (Goa)

Bar:
FLiERS (Indie/Pop/Tronic /// DieSeR – Independent Club)
L_Sa & kikimike (Female Vocalists/Dream Pop/Eletronic /// Squeerdance)

Programm

English

Endlich können wir euch einen Teil des lang ersehnten e*camp – Programms präsentieren.
In den nächsten Wochen wird es fortwährend aktualisiert werden und gerne könnt ihr selbst auch noch Beiträge einbringen.

Yeah, die Plakate sind da!

Plakat e*camp